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Der Stoneman Miriquidi Road in Silber, also an zwei Tagen. Nicht die Originalstrecke, sondern die C-Edition, die nur in Deutschland verläuft. Ich wollte ohne Gepäck fahren. Also brauchte ich ein Hotel, von dem aus ich gut auf die zwei Etappen starten konnte. Mit zwei Übernachtungen. Anreise am Freitag, um morgens recht zeitig und ausgeruht starten zu können. Rückfahrt direkt nach der Tour am Sonnntag.

Als Startpunkt habe ich mir Pobershau ausgesucht. Die Originalstrecke kann man von hier aus in zwei fast gleiche Teilstrecken teilen. Die C-Edition in eine erste Etappe mit etwa 190 Kilometer und die zweite mit etwa 135 Kilometer. Nach Pobershau brauchte ich von Dresden etwa 1:45 h.

Das Erzgebirge ist toll zum Rad fahren. Wunderbare Landschaft, wunderbare Ausblicke und viel Abwechslung. Es geht selten flach, praktisch immer wellig. Irgendwie das genaue Gegenteil von meiner Tour an die Ostsee.

Die Anreise

Angereist bin ich also Freitag nach der Arbeit. Es regnete. An die Trinkflaschen hatte ich dieses Mal gedacht. Aber hatte ich die Schuhe eingepackt? Ein kurzer Halt klärte, alles war gut. Dann ging es weiter im Regen Richtung Pobershau. Trostloses Wetter. Recht frische Temperaturen. Das Autothermometer zeigte 12 Grad. Aber die Wettervorhersage fürs Wochenende passte. Temperaturen um die 20 Grad waren angesagt. Nicht zu kalt und nicht zu warm. Genau richtig für die anstrengende Tour

Tag 1: In Richtung Altenberg

Schon der Anfang der Etappe war super. Aus dem Tal, in dem das Hotel lag, ging es direkt steil hinauf. Die Strecke führte durch den Wald in Richtung Olbernhau. Olbernhau hat mir sehr gut gefallen. Erster Checkpoint auf meiner gewählten Strecke war die Saigerhütte in Olbernhau. Von der Saigerhütte hatte ich noch nie gehört. Es ist ein beeindruckendes Gebäudeensemble mit Wurzeln bereits aus dem Mittelalter.

In jedem Fall werde ich noch mal mit Zeit nach Olbernhau fahren. Spätestens auf den Weihnachtsmarkt in diesem Jahr. Hoffentlich wird das was.

Auf für mich neuen Straßen führte die Strecke weiter nach Seifen. Sehr schön. Zweiter Checkpoint war auf dem Schwartenberg. Wie in Seiffen war ich hier auch schon. Lohnt sich immer. Weiter ging es an der Grenze entlang in Richtung Altenberg und Zinnwald. Hier waren es im wesentlichen alles Straßen, die ich schon kannte. Aber es gab auch immer mal wieder einen neuen Abschnitt. Insgesamt durchweg eine schöne Strecke. Checkpoints waren in Holzhau und in Zinnwald.

Nach Zinnwald war die Hälfte des Tages geschafft. Richtungswechsel zurück zum Ausgangspunkt in Pobershau. Die Strecke führte an der Bobbahn vorbei über den Checkpoint in Bärenfels nach Frauenstein und weiter zur Talsperre Lichtenberg. Den Checkpoint „Blockhausen“ habe ich als einzigen auf der ganzen Tour verpaßt. Keine Ahnung wo der gewesen wäre.

Das Ende des ersten Tages

Am für mich letzten Kontrollpunkt des Tages in Niederlautenstein kamen wir zu zweit an. Der Stich hinauf, vorbei an der Burgruine, war nochmal eine Herausforderung. Kurzes Gespräch, dann kam ein Anwohner zu uns mit dem Angebot für Wasser. Ich hatte zwar nur noch 11 km zu fahren aber meine Flaschen waren schon seit einer Weile leer. Keine Tankstelle an der Strecke. Die zwei, die es auf dem letzten Stück gab, hatten schon geschlossen. Das war ein ersehntes Angebot und eine super Hilfe. Kurz nach dem Checkpoint trennten sich unsere Wege schon wieder. Ich fuhr weiter zum Hotel. Er hatte noch etwa 50 Kilometer, um die Gold-Tour zu Ende zu fahren. Ganz klar: Die komplette Strecke an einem Tag zu fahren, wäre mir deutlich zu viel. Da bliebe am Ende des Spaßes für mich noch zu viel Strecke übrig.

Die, wie üblich, letzten, schweren Kilometer mit deutlich weniger Lust begannen dieses Mal bei etwas mehr als 48 Kilometer vor dem Etappenende. Sie zogen sich und waren, wie jedes Mal, nicht ganz einfach. Beim alleine fahren konzentriere ich mich zu sehr auf die Strecke. Wie viel ist noch zu fahren, wie lange dauert es noch, ging mir durch den Kopf. Der Fokus auf das Erlebnis war abhanden gekommen. Dagegen hilft, in der Gruppe zu fahren oder mindestens zu zweit. Man ist abgelenkt vom Fokus auf sich und auf die Strecke.

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Endlich trinken…

Resumee des ersten Tages

Am Morgen nach dem Losfahren hatte ich mich noch über die ruhigen und leeren Straßen gefreut. Am Abend ist genau darüber der Ärger groß. Nichts zu finden, wo es etwas zu trinken gibt.

Das Hotel

Mein Hotel war offizieller Logis-Partner für den Stoneman Miriquidi Road. Aber leider trotzdem eher durchwachsen. Das Internet funktioniert auf dem Zimmer nicht. Im Restaurant wurde ich dreimal gefragt ob ich Hausgast sei. Warum eigentlich? Erst mürrische Blicke in Richtung des Kellners verhalfen mir doch noch zur Speisekarte. Es braucht wieder mürrische Blicke, um auch endlich bestellen zu können. Das Speisenangebot war sehr übersichtlich. Leider gab es kein radlergerechtes Essen. Nur schwer verdauliche Gerichte mit Pommes waren im Angebot. Und Salat.

Frühstück gab es erst ab um acht. Da wollte ich eigentlich spätestens los. Das passte schonmal nicht. Also war ich Punkt acht beim Frühstück. Und ich war nicht der erste. Es war beinahe schwer, noch einen Platz zu finden. Kann man alleine drauf kommen, daß acht Uhr den Gästen zu spät ist. Wenigstens funktionierte das Internet im Restaurant recht gut. Aber eben nicht auf dem Zimmer.

Tag 2: In Richtung Fichtelberg

Wenn das Frühstück erst um acht startet, geht der Tag einfach zu spät los. Vor der zweiten Etappe mußte ich außerdem noch einen Schlauch wechseln. Das Vorderrad verlor schleichend Luft. Besser mit der Standpumpe pumpen, als unterwegs mit der kleinen Pumpe. Die Anfahrt nach Marienberg hatte ich kurzfristig gestrichen und das Auto dort geparkt statt vor dem Hotel. Der Start in den zweiten Tag war trotzdem einfach zu spät. Es war schon fast 10 Uhr.

Los ging es über den Wolfsberg in die Wolkensteiner Schweiz. Super schön. Aber es hat bestimmt 50 km gedauert, bis die Beine warm gefahren waren. Zu Beginn war jeder Hügel schwer, die Beine taten weh. Als ich schon gar nicht mehr damit gerechnet hatte, ging es von einem Moment auf den anderen plötzlich viel leichter.

Erster Checkpoint des zweiten Tages war an den Greifensteinen. Zweiter Checkpoint direkt nach der Tankstelle in Rittersgrün, zu Beginn des Anstiegs auf den Fichtelberg. Der Anstieg auf den Fichtelberg ist eigentlich recht gut zu fahren. Er ist lang aber nicht wirklich schwer. Es gibt nur ein nicht sehr langes Stück, an dem die Steigung etwas steiler ist. Dritter Checkpoint war auf dem Fichtelberg.

Deutlich schwerer und wahrscheinlich sogar schwerster Anstieg der gesamten Strecke war der Weg zum folgenden Checkpoint. Hinauf zum Bärenstein.

Das Ende der Tour

Und dann kamen sie wieder. Die letzten 40 Kilometer. Sie zogen sich. Eigentlich ging es nur Berg ab. Ttrotzdem kam das Ende kein Stück näher. Die Beine taten nun doch wieder weh. Ich war müde. Immer wieder kam eine kurze Rampe. Die kaum feststellbare Steigung auf der Hauptstraße, auf dem Weg zum Abzweig zum letzten Checkpoint auf der Drei-Brüder-Höhe, war fast so schwer wie der Anstieg nach Bärenstein. Die Lust kam erst am Checkpoint zurück.

Und am Ende, nach zwei Tagen Rad fahren, war ich doch fünf Minuten zu langsam. Nur fünf Minuten. Ich war schon wieder in Marienberg. Fünf Minuten vor dem Ende der zweitägigen Radtour, fünf Minuten vor dem Auto, fünf Minuten bevor ich den Stoneman Miriquidi Road geschafft hatte, setzte ein heftiger Regenguss ein. Es schüttete. Was soll’s. Das Auto stand noch da. Ich hab mich im Regen umgezogen und bin zurück nach Dresden gefahren. Der Stoneman war geschafft. Ich stehe auf der Wall of Fame des Stoneman Miriquidi Road. Hat Spaß gemacht. Mache ich wieder.