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Die BikePacking Tour durch die Toskana im September 2025 war meine erste BikePacking Tour, die ich nicht alleine unternommen habe. Mein Pedal Pal Jörg kam mit auf die zweiwöchigen Rundfahrt. In 13 Etappen fuhren wir zuerst in Richtung Adria bevor wir über Perugia, Elba und Siena wieder zurück in Florenz waren.
Wir hatten auf der Tour ideales Rennradwetter. Nur auf den letzten Etappen wurde es abends in den Etappenorten recht frisch.

Rundtour mit Start in Florenz
Die Flugverbindungen sind merklich weniger geworden. Und so gab es für mich nur einen frühen Flug über München nach Florenz. Dafür landeten unsere Flieger fast gleichzeitig und so trafen wir uns bereits am Flughafen. Vom Flughafen gab es eine recht neue, schnelle und günstige Straßenbahnverbindung in die Innenstadt. wir hatten von der Haltestelle nur einen kurzer Fußweg zu unserer Unterkunft in einem alten Kloster.

Nach der Ankunft stellten wir unser Gepäck ab und machten uns direkt zu einem ersten Rundgang in die Stadt auf. Wir hatten den Rest des Samstag und den kompletten Sonntag in Florenz für Sightseeing reserviert, bevor Montagfrüh die Rundtour begann.





Es ging los!
Die ersten Kilometer auf dem Rad aus der Stadt hinaus waren sehr zäh. Der viele Verkehr, Sperrungen und unterbrochene Radwege ließen keine rechte Freude aufkommen. Die kam erst, als wir das alles nach einer ganzen Weile endlich hinter uns gelassen hatten. Dafür entschädigt die erste Etappe später mit ruhigen Straßen entlang des Arno und einem langen, gut fahrbaren Anstieg auf über 900 Meter, bevor es im Prinzip nur noch bergab nach Arezzo ging.

Eigentlich war für die ersten beiden Tage Regen angekündigt. Vom Regen erwischt wurden wir aber nur am Ende der ersten Etappe. Von Arezzo haben wir leider nur einen Supermarkt gesehen, da es am Abend nach der Ankunft nochmal stark zu regnen begann.

Zu Beginn der dritten Etappe regnete es in San Marino, hörte aber nach wenigen Minuten bereits auf. Mehr Regen hatten wir auf der gesamten Tour nicht mehr.
Apennin und Adria
Die nächsten drei Etappen führten uns von Arezzo nach San Marino, Sassoferrato und Perugia. San Marino war ein erstes Highlight der Tour. Ein Stadtstaat, der auf einem einzigen Hügel untergebracht ist.

Auf insgesamt überraschend ruhigen Straßen fuhren wir am dritten Tag weiter hinab bis zur Adria. Dort fuhren wir einige Kilometer dicht am Meer entlang, bevor uns die Strecke wieder zurück in die Berge, zum Etappenziel nach Sassoferrato brachte.

Sehr schön war die vierte Etappe von Sassoferrato nach Perugia. Highlights waren die mittelalterlichen Orte Gubbio und Assisi. Beide sehr unterschiedlich und beide sehr besonders.




In Perugia blieben wir zwei Nächte. Die Tour war noch lang und so fuhren wir am Ruhetag nur eine kurze Runde.


Weiter nach Elba

Die drei nächsten Etappen führten uns von Perugia durch die berühmten Weinanbaugebiete der Toskana über Montepulciano, Montalcino und Grosseto nach Elba. Die Städte ähnelten sich. Sie lagen alle auf einem Hügel, die Altstädte waren von der Renaissance geprägt und die Touristen waren zahlreich.





Die Fähre nach Elba nahmen wir noch am Nachmittag, so daß wir insgesamt drei Nächte für zwei Touren auf Elba blieben. Es macht Spaß, jeden Tag in einem anderen Ort zu sein. Auf einer längeren Tour ist es aber ebenfalls angenehm, mal an einem Ort zu bleiben.

Die erste Tour in Elba deckte die Westseite ab, die zweite die Ostseite. Auf beiden Touren gab es wunderschöne Passagen am Meer entlang aber auch giftige Anstiege. Für mich war die Westrunde auf Elba die schönste Etappe der gesamten Tour.

Rückfahrt nach Florenz
An Tag 11 begann der letzte drei Tage Block mit der Fährfahrt von Elba zurück aufs Festland. Aus Piombino mußten wir auf Hauptverkehrsstraßen hinausfahren. Dies war mal ein unangenehmes Stück, das sich deswegen auch in die Länge zog. Anschließend fuhren wir zwar auf ruhigeren Straßen weiter, dafür kam der Wind in der Ebene direkt von vorne. Daran änderte sich bis zum Etappenziel in Volterra nichts. Als wir endlich in den Bergen waren, fuhren wir zu allem Überfluß noch ein sehr langes und anspruchsvolles Gravel-Stück. Diese Etappe schaffte mich und es dauerte, bis ich mich wieder erholt hatte.




Die Entschädigung kam schon mit dem nächsten Etappenort Siena. Mein Favorit der Reise. Wir genossen die wunderbare Stimmung auf der Piazza del Campo. Erst nach der Ankunft in der Sonne, dann am Abend. Spätestens in Siena ging es mir wieder gut und wir fuhren auf der letzten Etappe die längere Variante zurück nach Florenz.


Was bleibt von der BikePacking Tour durch die Toskana?
Wir haben die Tour in den zwei Wochen souverän gemeistert. Zu Beginn mußte sich Jörg mit zahlreichen platten Reifen am Gravel-Bike rumschlagen, während ich mit meinem Rennrad nicht einen Platten hatte. Eigenartig.
Wir haben auf der Tour viel gesehen und erlebt. Für mich war die Toskana auf dem Rennrad eher unspektakulär. Mit dem Auto schrumpfen die Distanzen zwischen den malerischen Orten, was den Fokus von der Landschaft weg lenkt. Die Postkartenmotive sahen wir auch, jedoch mit großen Abständen und viel Landschaft dazwischen. Oft kam es mir vor, als ob die Weinbauflächen stark geschrumpft sind, was ich im Internet bestätigt fand. Die Rebfläche sank von etwa 121.000 Hektar im Jahr 1970 auf aktuell etwa rund 60.000 bis 61.000 Hektar,

Und wie war das Radfahren?
Nicht unerwähnt bleiben darf auch unsere Erfahrung mit dem Verhalten der Autofahrer gegenüber Radfahrern. In der Regel wurden wir mit sehr wenig Abstand überholt. Zum Glück waren wir nur selten auf vielbefahrenen Straßen unterwegs. In Kombination mit dem oft schlechten Zustand des Straßenbelags kann dies schwierig werden. So muß man zum Beispiel vor dem Ausweichen eines Schlagloches definitiv immer nach hinten sehen.

Die Etappen der BikePacking Tour durch die Toskana
| Start | Ziel | Länge | Steigung | |
|---|---|---|---|---|
| Tag 1 | Florenz | Arezzo | 112 km | 1.620 hm |
| Tag 2 | Arezzo | San Marino | 113 km | 1.950 hm |
| Tag 3 | San Marino | Sassoferrato | 145 km | 1.370 hm |
| Tag 4 | Sassoferrato | Perugia | 105 km | 1.900 hm |
| Tag 5 | Perugia | Ruhetagsrunde | 39,3 km | 650 hm |
| Tag 6 | Perugia | Montalcino | 116 km | 1.740 hm |
| Tag 7 | Montalcino | Grosseto | 109 km | 2.210 hm |
| Tag 8 | Grosseto | Portoferraio | 96,7 km | 840 hm |
| Tag 9 | Elba | Westseite | 85,5 km | 1.810 hm |
| Tag 10 | Elba | Ostseite | 85,7 km | 1.710 hm |
| Tag 11 | Portoferraio | Volterra | 110 km | 1.950 hm |
| Tag 12 | Volterra | Siena | 73,7 km | 1.250 hm |
| Tag 13 | Siena | Florenz | 107 km | 1.740 hm |
| Insgesamt | 1.299 km | 20.720 hm |
Die genaue Strecke findet Ihr bei Komoot in meiner Collection „BikePacking durch die Toskana ab Florenz„.

