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Rennradfahren mal anders betrachtet: Durch die Gesundheitsbrille. Was bietet mir Rennradfahren eigentlich noch außer jede Menge Spaß und Abenteuer an der frischen Luft?

Abbau von Hirnsubstanz?!

„Bewegung bedeutet Anpassungsfähigkeit. Die Fähigkeit zur Adaption kann über Überleben und Untergang entscheiden. (…) Bewegung ist essentiell. Bewegungsmangel führt im Alter nicht selten zum Abbau von Hirnsubstanz.“ So gelesen bei Steven Broschart und Rainer Monschein in ihrem Buch „Der Content Faktor“. Herausgefunden haben diesen Zusammenhang amerikanische Wissenschaftler bei einer Studie im Jahr 2016. „Die Welt“ schreibt zur Studie: „Die Forscher fanden einen direkten Zusammenhang zwischen schlechter Fitness im mittleren Alter (ca. 40 Jahre) und dem Gehirnvolumen Jahrzehnte später. «Das weist auf auf eine beschleunigte Hirnalterung hin», sagt Nicole Spartano von der Boston University. Mangel an Bewegung könnte also die Hirnalterung forcieren. Das hieße: Bei Bewegungsmuffeln altert das Gehirn schneller.“

Es ist nie zu spät, vom Sofa aufzustehen

Daß es trotzdem nie zu spät ist, mit Bewegung zu beginnen, stellten Amerikanische Forscher in einer Studie 2018 aufmunternd fest: „Auch im mittleren Alter lohnt es sich noch, vom Sofa aufzustehen und sich mehr zu bewegen.“ Aber je später man anfängt, desto intensiver muß der Sport sein, um die ungesunden Zeiträume aufzuholen. (gefunden bei: „Sport: Besser spät als nie“, Scinexx, das Wissensmagazin)

Nicht nur dicke Menschen leiden unter Bewegungsmangel

Aber: Nicht nur wer dick ist, kann unter Bewegungsmangel leiden. „Auch schlanke Personen können unter der fehlenden Kondition leiden, Schlafstörungen und Müdigkeit entwickeln oder Krankheiten des Bewegungsapparates erleiden. Auch das allgemeine Immunsystem wird durch Bewegungsmangel belastet.“ findet man bei medlexi.de. Der Therapieansatz sei indes simpel: „Die Behandlung von Bewegungsmangel ist im Idealfall, also bei gesunden Menschen, ganz einfach. Sie fangen an, sich sportlich zu betätigen und stärken damit ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden.“

Die Folgen des Bewegungsmangels

we-go-wild.com beschreibt 13 mögliche Folgeerscheinungen durch Bewegungsmangel. Übergewicht ist eine davon. Weitere sind zum Beispiel Verspannungen, chronische Krankheiten oder auch Infekte. Bei einer Studie der University of Cambridge im Jahr 2015 wurde herausgefunden, dass doppelt so viele Menschen an Bewegungsmangel sterben wie an Übergewicht. (gefunden bei aerzteblatt.de)

Ein „bewegtes Leben“ hat viele Vorteile

Jetzt wird es aber Zeit für etwas Positives:

neovida.de hat „acht wunderbare Gründe für mehr Bewegung“ für uns zusammengestellt: „Bewegungsmangel macht krank, während ein «bewegtes Leben»:

  • das Immunsystem stärkt und die Gesundheit fördert.
  • eine Stärkung der Leistungsfähigkeit mit sich bringt.
  • Stress und Spannungszustände abbaut.
  • Schlafstörungen reduziert.
  • glücklich macht.
  • das Selbstbewusstsein pusht.
  • die Konzentration und die intellektuelle Leistungsvermögen positiv beeinflusst.
  • das Leben verlängert“

Und was bringt Radfahren?

Speziell das Radfahren vereint eine ganze Reihe von positiven Folgeerscheinungen (nationaler-radverkehrsplan.de):

  • Reduktion von Übergewicht
  • Abbau von psychischem Stress
  • Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Stärkung des Rückens
  • Positive Auswirkungen auf Fettstoffwechsel, Hypercholesterin, Bluthochdruck
  • Verbesserte Ausdauer
  • Gelenkschutz
  • Weitere präventive Effekte

Also: Rauf aufs Rad. Falls es nach dem langen Winter nicht sowieso schon in den Beinen kribbelt. Radfahren ist nicht nur Spaß und Abenteuer, sondern ganz nebenbei auch noch ein hervorragender Beitrag für die Gesundheit. Gerade für uns Ältere. Die Devise muß lauten: Dranbleiben. Nicht nur im Frühjahr bei einer Ausfahrt die Sonne genießen. Ganzjährig und regelmäßig fahren muß das Ziel sein. Und natürlich auf dem Rennrad. Wenn nicht von Anfang an, dann zumindest perspektivisch…

Deutschland im weltweiten Vergleich

In der aktuellen Ausgabe der Radzeitung „Tour“ gibt es auf Seite 71 einen Artikel zum Thema mit dem Titel: „Faule Deutsche?“ Der Artikel verweist auf eine Studie der WHO von 2016. Gemäß WHO sollte man wöchentlich mindestens 150 Minuten moderaten Sport betreiben. Oder 75 Minuten intensiven Sport. Eine Kombination aus beiden geht auch. In Deutschland verfehlen diese Marke 42,2 Prozent der Bevölkerung dauerhaft! Damit bewegt sich Deutschland bei vergleichbaren Ländern am wenigsten. Gemeinsam mit Portugal, Zypern und Neuseeland. Zudem hat Deutschland den größten Zuwachs an Bewegungsmangel seit 2001: Mehr als 15 Prozent. Gemeinsam mit Brasilien, Bulgarien, Philippinen und Singapur. Weltweit ist im gleichen Zeitraum die Zahl praktisch gleich geblieben (2016: 27,5%). Wie Deutschland im Vergleich abschneidet, kann im Detail hier nachgelesen werden: thelancet.com.

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