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Kalorien-Wahnsinn gehört zum Rennradfahren dazu. Viel Energie wird verbraucht und muß aufgenommen werden. Doch das ist gar nicht mein Thema. Ich hatte keine Ahnung, wie viele Kalorien in unserer Nahrung stecken. Um zu erklären, was ich mit Kalorien-Wahnsinn meine, muß ich etwas ausholen.

Ich kam spät und eher zufällig zum Rennradfahren. Über Begeisterung, Ehrgeiz und Interesse kam die Ernsthaftigkeit. Ernsthaftigkeit bedeutet Eintauchen in Fahrtechnik, Radtraining, Reparatur und Wartung. Stück für Stück. Mein neuester Baustein der Ernsthaftigkeit ist die Ernährung.

Aufschreiben, was man ißt

Rad fahren macht fit. Gewicht habe ich verloren seit ich angefangen habe. Man stößt aber relativ schnell an Grenzen. Denn eigentlich geht Gewicht reduzieren nur über die Ernährung. Irgendwie war mir schon klar, daß zur Gewichtsreduzierung die aufgenommene Energie geringer sein muß als die verbrauchte Energie. Der Groschen mußte aber erst fallen, daß dies nicht nach Gefühl klappt. Seit Ende April schreibe ich auf, was ich esse. Das geht recht gut mit der App „Yazio„.

Yazio hat für mich ein tägliches Kalorienziel von 1866 kcal errechnet. Das versuche ich einzuhalten. Ohne eine Anpassung meines Eßverhaltens und meines Speiseplans kann das nichts werden. Und ohne meine Begeisterung für das Rennradfahren wiederum, hätte ich die Disziplin nicht. Die Aussicht, weniger Gewicht auf dem Rad mitzuschleppen, ist mein Motivator.

Unglaublich hohe Nährwerte

Ich hatte keine Ahnung, wie viele Kalorien im Essen versteckt sind. Zum Beispiel mein gesundes Müsli zum Frühstück mit Obst und gesunden Körnern brachte mir schon das halbe Kalorienziel für den Tag. Seit ich das weiß, wiege ich mein Frühstück ab. Und trotzdem werde ich satt. Ich kaufe nichts mehr ein, ohne den Energiegehalt auf der Packung zu lesen. Wie von selbst esse ich weniger Fett und Süßes. Ich kaufe automatisch immer öfter gesundes Essen ein. Ab und zu gönne ich mir was. Das gehört dazu.

Mir ist unklar, warum ich es mit meinen bisherigen Eßgewohnheiten nicht auf deutlich mehr Gewicht gebracht habe. Eine Pizza hat meistens deutlich über 800 kcal. Eine Bratwurst mit Brötchen und Senf stattliche 600 kcal. Eine Scheibe Toast hat ca. 100 kcal, ein Brötchen sogar 175 kcal. Mir war das nicht klar. Ich habe mir einfach keine Gedanken über den Kalorien-Wahnsinn gemacht.

Wenn ich heute mit wachen Augen in den Supermarkt gehe, dann verstehe ich, warum man keine Fertiggerichte kaufen soll. Das mag zum Einen wegen der Qualität der Zutaten sein. Aber es geht um die enthaltene Energie. Fertiggerichte haben in aller Regel einen unfaßbar hohen Nährwert. Die Panade beim Fisch reicht schon aus, um aus gesundem Fisch eine Kalorienbombe zu machen.

Ein gesellschaftliches Problem

Und schon bin ich nicht mehr beim Radfahren. Deutschland wird immer dicker. Man sieht es auf den Straßen. Kein Wunder. Wer weiß schon, wie hoch der tägliche Kalorienüberschuß wirklich ist. Wer interessiert sich schon dafür. Ich zumindest hatte keine Ahnung, daß es so viel ist. Das Robert Koch Institut schreibt, daß zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland übergewichtig sind. Jeweils ein Viertel sogar stark übergewichtig. Aufschreiben, was man ißt, ist ein guter Anfang und ein guter Weg.

Ernährungsberatung

Ernährungsberatung hat mich immer interessiert. Aber jeder Ansatz erstickte im Keim. Ich fand keinen Weg in das Thema. Es waren immer zu viel zu beachten. All die Nährstoffe, Gruppen von Nahrungsmitteln und Zusammensetzungen. Und dann noch Essen daraus zuzubereiten. Wie soll das gehen. Das war zu viel auf einmal, um es zu beherrschen. Aber jetzt gehts.

Mein Tipp zum Einstieg ist der Weg, der bei mir funktioniert hat:

  1. CLEAN-Programm von Alejandro Junger zum Einstieg (oder ein ähnliches Programm mit einer Diät mit gesunden Zutaten). Dies bewirkt schon eine erste Veränderung in den Eßgewohnheiten.
  2. Die aufgenommenen Kalorien erfassen und das Tageslimit einhalten. Am besten mit einer App. Damit wird Sensibilität erzeugt und Interesse für den Inhalt der Nahrungsmittel geweckt.
  3. Für mich ginge beides nicht ohne Motivation für ein Ziel. Am besten ist ein Ziel mit einem hohen Spaßfaktor: an wichtigen Sportveranstaltungen teilnehmen (z.B. Laufen, Radfahren, Schwimmen), den Jakobsweg erwandern, ein Alpencross mit Rucksack oder Rad. Es gibt so viel zu erleben und zu entdecken!

Facts

  • Sport treiben ist in erster Linie gut für die Gesundheit und die Steigerung der Lebensqualität.
  • Gewichtsabnahme gelingt über Essen und Veränderung der Eßgewohnheiten, nicht über Sport.
  • In Lebensmitteln steckt mehr Energie, als erwartet.
  • Ausdauersport hilft bei der Gewichtsregulierung mehr als andere Sportarten.
  • Bewegung und gesundes Essen gehört zum Leben dazu.
  • Das Leben bietet zu viele Möglichkeiten, um sich aufzugeben.
  • Es ist nie zu spät, etwas zu ändern!